Alles hat vor ungefähr einem Jahr angefangen. Ich hatte mich zu der Zeit schon etwas mit der Barcamp-Idee beschäftigt, war aber bis dahin noch zu keinem gegangen. War alles immer so weit weg, wie ich fand. Dann kam das erste Barcamp nach Mainz und ich konnte nicht anders: Ich musste hingehen, auch direkt einen Tag nach der Weihnachtfeier. Ergebnis der zwei Tage: sehr müde, aber nun süchtig und voller Erwartung auf das nächste Barcamp.
Inzwischen ist ein Jahr vergangen und am letztes Wochenende war ich dann schon bei meiner fünften Unkonferenz. Da lernt man schon die unterschiedlichen Orgastile kennen und merkt auch, dass eigentlich auch ein Stück Malerkreppband für das Namesschild ausreicht. Das Wichtigste sind sowieso die Teilnehmer!
Mit diesem Barcamp-Virus infiziert, konnte ich auch nicht anders und musste letztes Wochenende zum Barcamp Darmstadt. Also bin ich dann Samstag los Richtung Darmstadt. Natürlich mit einem kleinen Abstecher über die NIDAG, um Blöcke, Kugelschreiber und Stellenanzeigen mitzunehmen. Finde es gut, dass meine Firma auch dieses Jahr wieder das Barcamp Rhein-Main sponsorte!
Da stand ich nun in der Sessionplanung und stand auch wieder vor dem positiven Problem, mich nicht zwischen Sessions entscheiden zu können. Besonders schön fand ich, dass es alles im allem auch etwas IT lastiger war. Wenn ich allerdings zugeben muss, dass ich ganz gern mal die andere Sessions gegangen bin. IT hab ich so schon jeden Tag, aber das Leben hat ja mehr zu bieten. So bin ich dann Samstag Abend wieder in Mainz mit dem Vorsatz, noch meine Session für den Sonntag vorzubereiten. Also Slides erstellen und so, aber irgendwie habe ich festegestellt, dass ich eigentlich nur Whiteboard mit Klebezetteln hätte drauf darstellen wollen. Das hat mich dann zu der Erkenntnis gebracht, dass ich das dann doch lieber sein lasse und direkt mit Whiteboard und Klebezetteln arbeite. Also nächsten Tag wieder zum Barcamp und in der Sessionplanung, meine Session vorstellen. Ich hatte ja gehofft, dass am Sonntag weniger spannende Themen aufkommen und ich so nichts verpasse. Dem war leider nicht so. Ich fand die Sessions am Sonntag allgemein sogar interessanter. Was mich überraschte, da es meist anders ist.
Frisch gestärkt vom Mittagessen in der T-Online Kantine stand ich da nun vor überraschend vielen erwartungsvollen Gesichtern. Einige kannte ich, andere nicht. Hinter mir das Whiteboard, vor mir ein paar Klebezettel und ein paar Stifte und ich mit der groben Idee, was ich gleich machen will. Mein Thema: “Einsatz von KANBAN im Maintenance”. Also los, reinspringen und zeigen warum ich es nützlich finde und wie wir es in einem unserer Supportteams einsetzen. Die anschließende Diskussion war sehr cool und genau dafür liebe ich Barcamps. Es sind halt nicht nur Vorträge, sondern auch der Meinungsaustausch und die Diskussion stehen weit oben auf der Agenda.
Und was soll ich sagen, ich habe es nicht bereut. Weder zum Barcamp zu gehen, noch auch mal eine eigene Session zu halten. Alles in allem ein gelungenes rundes Wochenende. Es hat sich einfach wieder gezeigt, ein Barcamp ist so gut, wie es jeder einzelne Teilnehmer macht. Das unter dem Vorbehalt, dass das Orga-Team wieder eine großartige Arbeit geleistet hat. Da hat einfach alles gepaßt! Wirklich schade war eigentlich nur, dass wohl die Quote der NoShows recht hoch war. Naja, irgendwie muss man damit wohl leben. Leider. Gut finden muss man es trotzdem nicht.